Auch E-Plus steigt ein. Später als die Konkurrenten zwar, aber inzwischen hat diese Firma eigene Feldtests mit LTE abgeschlossen. Die Rede ist von Long Term Evolution, der vierten Generation der Mobilfunkdienstleistung und des Internets. Die Bundesnetzagentur wird, so ließ sie verlauten, Mitte 2010 hierfür noch weitere Frequenzbereiche versteigern: Frequenzen zwischen 1,8 GHz und 2,6 GHz, aber auch zwischen 790 und 860 MHz. Letztere standen ehedem dem analogen Fernsehprogramm zur Verfügung und sind entsprechend vakant geworden: im Grunde ist es in Deutschland der Wechsel zum digitalen Fernsehen, der LTE Realität werden lässt. Und genau diese unteren Frequenzen sind wenig störungsanfällig und lässt es zu, flächendeckend und kostengünstig LTE einzurichten. E-Plus war anfangs noch zögerlich, deshalb sicherten sich Konkurrenten bereits rechtzeitig Frequenzen im Bereich von 900 MHz, die auch bereits versteigert wurden. Von einem LTE Tarife E-Plus kann deshalb noch keine Rede sein (frühestens möglicherweise 2010), wenn es noch 10 bis 12 Monate dauern wird, bis das Unternehmen tatsächlich Teil des neuen Marktes sein kann oder will. Im Gegensatz zur Konkurrenz: 2009 schon wird tatsächlich an funktionsfähigen Netzen in Deutschland gearbeitet, auch Endgeräte sollen um die Jahreswende auf den Markt kommen. Jedoch E-Plus hat Unterstützung: Nokia-Siemens-Networks (NSN) hat Zusammenarbeit zugesagt, indem sogar Frequenzen und Übertragungssysteme im Mikrowellenbereich genutzt werden. Es sind dies nur Detailprozesse einer Firma, die bei E-Plus erkennbar sind: jedoch wird LTE global und flächendeckend in Zukunft der neue Standard für mobile Kommunikation sein. Dass "es" funktioniert, bewies T-Mobile bereits in Wittstock, in Bonn, in Barcelona. Aktuell sind Stockholm, Oslo, Peking mit LTE abgedeckt. Das heißt: Unabhängig vom Empfangsgerät (Notebook, iPod, Mobiltelefon) ist (theoretisch) ein Datenaustausch mit dem Internet von bis zu 300 Megabit pro Sekunde möglich - realisiert werden derzeit in den genannten Feldversuchen bis zu 170 Megabit. Sogar zwischen Anwendern, die sich in einem fahrenden Fahrzeug befinden, lässt sich dasselbe Niveau an Übertragungsraten verwirklichen - fehlerlos, zeitecht und störungsfrei: Die Zugfahrt mit gleichzeitigem Internetzugang ist somit nur noch eine Frage von Monaten.